Wie fühlt es sich eigentlich an, unter Herzschmerz zu leiden? Was sind die Emotionen, mit denen man in dieser Zeit zu kämpfen hat? Was sind die Gefühle?

All das will ich Dir in dem folgenden Beitrag genauer erläutern. Um Dir eine bessere Orientierung zu geben…


Wie fühlt sich Liebeskummer an – habe ich Liebeskummer?

Liebeskummer – mit diesem Wort weiß wohl jeder etwas anzufangen. Doch wie kann man für sich selbst herausfinden, ob man darunter leidet? Kurze Antwort: Weil dabei ganz bestimmte Symptome auftreten.

1. Man fühlt sich immer müde

Innere Leere, Antriebslosigkeit. Doch vor allem: eine große Müdigkeit: das ist ein wesentliches Merkmal von Liebeskummer.

Warum fühlt man sich müde?

Dies hängt vor allem daran, dass bei Liebeskummer das hormonelle Gleichgewicht gründlich durcheinander gerät. Nun werden zu viel Adrenalin und Cortisol sowie zu wenig Serotonin ausgeschüttet. Und dies wiederum sorgt dafür, dass wir uns schlapp, antriebslos und eben müde fühlen.

Was kann man gegen die Müdigkeit tun?

Wichtig ist, dass Du versuchst, den Stress zu vermeiden. Verlange nicht zu viel von Dir! Sondern schone Dich. Indem Du ausreichend schläfst. Auf bestimmte Mittel wie etwa Alkohol, Nikotin, Drogen, zu viel Kaffee verzichtest (so gut es geht).

Auch eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist nun von höchster Bedeutung. Denn Vitamine, Nährstoffe, Mineralien und Co geben Deinem Körper wertvolle Energie. Und das ist bekanntlich Gift für die Müdigkeit…

2. Man fühlt sich immer traurig

Du könntest schon beim geringsten Anlass in Tränen ausbrechen. Und kannst Dich an nichts mehr erfreuen: Auch dies ein Zeichen dafür, dass der Liebeskummer Dich fest im Griff hat.

Warum fühlt man sich traurig?

Der Traum von der großen Liebe, die ewig dauert, ist zerplatzt. Ein für allemal. Das tut weg – und macht einen traurig.

Zumal durch das Zu wenig an Serotonin diese niedergeschlagene bis depressive Stimmung noch verstärkt wird. Bis einem alles schwarz erscheint.

Was kann man gegen die Traurigkeit tun?

Besinne Dich gerade jetzt auf das Schöne in Deinem Leben! Denn davon gibt es sicherlich eine ganze Menge. Du hast tolle Freunde, eine Familie, die Dir hoffentlich jetzt den Rückhalt gibt, den Du brauchst. Du bist jemand, jemand ganz Besonderes. Der etwas erreicht hat.

Sei deshalb gut zu Dir. Nehme auch die kleinen wertvollen Momente im Leben wahr: Wie wunderbar es ist, in der Natur zu sein. Sich auszusprechen. Ein heißes Bad zu nehmen. Tief durchzuatmen..

3. Man hat Sehnsucht nach dem anderen

Ihr wart eine Zeit lang zusammen – bis jetzt. Doch verschwindet das Sehnen nach dem Anderen nicht einfach. Nein, auch nach der Trennung ist es noch immer da.

Woher kommt diese Sehnsucht?

Hier spielt vor allem die Gewohnheit eine Rolle. Ihr wart sehr intensiv zusammen. Habt eine prägende Zeit miteinander verbracht. So vieles miteinander geteilt. Das schweißt zusammen!

Zugleich lässt sich der Liebeskummer wie mit einem Entzug vergleichen. Und ähnlich wie sich Drogenabhängige nach ihrem Suchtstoff sehen, spüren diejenigen, die unter Liebeskummer leiden, Sehnsucht nach dem Anderen…

Wann hört diese Sehnsucht auf?

Sie wird im Laufe der Zeit weniger werden. Wann genau, lässt sich leider nicht konkret sagen. Denn hier kommt es auf die individuellen Umstände an. Darauf etwa, wie intensiv die Gefühle für den oder die Ex sind. Wie die Umstände der Trennung waren.

Und wie viel Zeit man mit dem Anderen verbracht hat. Je mehr dies der Fall ist, umso länger wird die Sehnsucht auch anhalten. Doch wenn Du den Liebeskummer verarbeitet hast, wird die Sehnsucht nicht mehr da sein. Versprochen!

Was kann man gegen diese Sehnsucht tun?

Kümmer Dich darum, Dein eigenes Leben zu führen! Dich ganz auf Dich selbst und Dein Fortkommen zu konzentrieren.

Hast du bestimmte Pläne, die Du gerne in die Tat umsetzen würdest? Tue dies jetzt! Lenke Dich ab – indem Du raus gehst. Etwas unternimmst. Freunde triffst. Vielleicht eine kleine Reise machst.

Wenn die Sehnsucht selbst nach Wochen oder Monaten noch unverändert stark ist: Nehme sie ernst. Denn dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass von Deiner Seite aus noch immer Gefühle mit im Spiel sind…

4. Phasen der Wut

Hin und wieder überkommt sie einen bei Liebeskummer: diese unbändige Wut. Und man könnte ausrasten, etwas schlagen, in der Gegend herum brüllen… Auch dies ist eine ganz normale Phase beim Verarbeitungsprozesses.

Woher kommt diese Wut?

Von diversen Empfindungen. Man kann wütend auf den oder die Ex sein, der/die einfach so gegangen ist. Der/ die einen in diese Lage gebracht hat.

Man ist vielleicht wütend auf sich selbst. Dass man es nicht besser hin bekommen hat mit der Beziehung. Bestimmte Fehler begangen hat, die mit zur Trennung beigetragen haben.

Oder man ist wütend auf all das Pärchen Glück, das um einen herum zu sehen ist. Weil man sich so noch einsamer fühlt…

Diese Wut ist sehr wichtig, denn…

1 Sie bringt Dich dazu, bestimmte Dinge in die Tat umzusetzen (raus zu gehen, Pläne zu schmieden, all das zu tun, was Dich voranbringt).

2 sie gibt Dir die nötig die Power und Energie, Deine Pläne wahr werden zu lassen.

3 sie reißt Dich aus der Phase der Lethargie und der Antriebslosigkeit.

4 sie lässt Dich lebendig(er) fühlen.

5 sie braucht ein Ventil – wie etwa Sport. Und der wiederum ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen Traurigkeit und Liebeskummer…

5. Phasen der Trauer

Trennung bedeutet Verlust. Und daher ist es fast schon logisch, dass man trauert – und zwar sehr… Es gehört zum Liebeskummer überwinden somit fest dazu.

Woher kommt diese Trauer?

Wie gesagt hat dies mit einer normalen Reaktion auf den Verlust zu tun. Man hat bestimmte Hoffnungen, Wünsche und diverse Träume mit dieser Beziehung verknüpft. Dies alles muss nun aufgegeben werden. Das tut weh – und die Trauer hält Einzug im Leben.

Diese Trauer ist sehr wichtig, denn…

1 sie bringt Dich dazu, über alles nachzudenken.

2 sie sorgt dafür, die alten Träume, Wünsche und Ziele zu überprüfen.

3 sie kann Dich näher an andere Menschen heran bringen, wenn Du Dich ihnen anvertraust.

4 sie gibt Dir die Möglichkeit, in Dich hinein zu horchen.

5 Sie verschafft Dir Phasen der Ruhe und der inneren Einkehr.

6. Man ist am Boden zerstört – keine Hoffnung

Auch dies ist ein ganz wesentliches Merkmal des Liebeskummers. Was aber hat es mit der Hoffnungslosigkeit auf sich?

Woher kommt dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit?

Du wurdest verlassen. Du fühlst Dich nun alleine. Vielleicht hast Du fest auf eine Zukunft mit diesem einen Partner gesetzt. Diese Hoffnung ist nun zerschlagen. Und Du hast das Gefühl, vor dem Nichts zu stehen. Es fühlt sich einfach, ja, hoffnungslos an…

Warum du es akzeptieren und zulassen musst, damit es nachlässt

Es ist eine normale Reaktion auf das Aus. Doch fresse Deinen Kummer bitte nicht in Dich hinein. Gerade jetzt kann es sehr hilfreich sein, Dich auszusprechen. Dich an eine starke Schulter anzulehnen.

Auch Sport ist gut. Spaziergänge in der Natur. Kümmere Dich um Dich selbst, gerade jetzt. Und dieses Gefühl wird von alleine schwächer und schwächer werden…

7. Oft extreme Gefühlsschwankungen

Du fühlst Dich instabil. Deine Stimmungen schwanken. Es ist, um es kurz und bündig zu sagen, sehr anstrengend…

Woher kommen diese Gefühlsschwankungen?

Auch hier spielen die Hormone eine Rolle. Dadurch, dass sie so durcheinander sind, gerät auch unser Gemütszustand ins Wanken. Und hast Du gerade eben noch eine leise Zuversicht verspürt, ist Dir nun einfach nur elend zumute.

Wie kann man diese Schwankungen eindämmen?

Auch hier lautet das Rezept: Kümmere Dich um Dich selbst! Sport etwa hilft dabei, auf andere Gedanken zu kommen. Zumal dabei Glückshormone wie eben Serotonin ausgeschüttet werden. Die für eine ruhigere und gelassenere Stimmung sorgen.

Suche Dir Hobbys, die Dir Spaß machen. Auch Meditation, Yoga und Co für mehr Achtsamkeit sind gute Mittel, um diesen Gefühlsschwankungen entgegen zu wirken.

Das Gefühl von Liebeskummer ist das Gegengefühl der Liebe

Was sich bei der Liebe gut anfühlt, empfindet man bei Liebeskummer als schlecht. Tabelle veranschaulicht:

Bei LiebeBei Liebeskummer
Man freut sich den anderen zu sehenWenn man ihn sieht wird man traurig
Wenn man an den oder die andere denkt, fühlt man sich geliebtWenn man an den oder die andere denkt, fühlt man sich ungeliebt
Wenn man an die Zukunft denkt, freut man sich, sie mit dem oder der Anderen verbringen zu können.Wenn man jetzt an das denkt, was kommt, ist da einfach nur Leere.
Es gibt so viele Momente, in denen der Gedanke da ist „Das MUSS ich ihm oder ihr erzählen!“Dieser Gedanke kommt auch jetzt noch. Doch begreift man kurz darauf, dass dies nicht mehr möglich ist. Und es geht einem wieder schlechter...
Man hat jemanden für gemeinsame Pärchenrituale.Man hat keine mehr, um diese lieb gewonnenen Gewohnheiten durchzuführen.
Man weiß, dass jemand da ist, wenn man nach Hause kommt.Nun ist die Gewissheit: Wenn ich nach Hause komme, bin ich alleine.
Man weiß, dass der Partner einen liebt und einen unterstützt. Auch und besonders in schweren Zeiten.Es fühlt sich an, als sei der persönliche Fels in der Brandung weg gebrochen. Und man ist nun auf sich alleine gestellt.

Warum fühlen wir bei Liebeskummer gegenteilig zur Liebe?

Liebeskummer passiert auf seelischer, körperlicher und emotionaler Ebene. Er ist somit eine komplexe Angelegenheit….

Rein körperlich: Weil im Gehirn unser Suchtzentrum aktiviert wird

Liebeskummer ist wie ein Entzug. Wissenschaftler haben dies längst erkannt und auch in Untersuchungen bestätigt. Denn bei all jenen, die unter Liebeskummer leiden, werden genau jene Zentren im Gehirn aktiviert, die auch bei Drogenabhängigen auf Entzug gefordert werden.

Rein geistig: Weil das Gefühl der Liebe dafür sorgt, dass wir uns fortpflanzen. Liebeskummer hingegen sorgt dafür, dass wir um die Liebe kämpfen

Die besten und stärksten Gene sollen sich fortpflanzen – das ist von der Natur so gewollt. Auch deshalb soll eine starke und gute Liebe nicht einfach so aufgegeben, weg geworfen werden. Vielmehr soll man um sie kämpfen.

Schließlich hat man einen passenden Partner für sich gefunden. Der oder die einem gesunde und starke Nachkommen schenkt. Dies ist schon schwer genug. Und deshalb ist diese Liebe umso kostbarer. Und wert, dass man um sie kämpft…

Rein seelisch: Weil wir uns seelisch durch den Schmerz weiterentwickeln

Lernen loszulassen: Das ist jetzt das Gebot der Stunde. Ja, dies wird nicht gleich nach der Trennung passieren. Erst einmal gilt es, durch die Abschnitte der Trauer zu gehen. All die Gefühle zu akzeptieren und zuzulassen, die jetzt auf uns einstürmen.

Doch irgendwann kommt die Erkenntnis: Es ist schon gut so, wie es gekommen ist. Es hat schon seinen Sinn. Auch in dieser Beziehung war nicht alles perfekt. Und jetzt ist Zeit für etwas Neues…

Fazit

Bei Liebeskummer ist man mit verschiedenen Gefühlen konfrontiert. Gleichzeitig spielt er sich auf diversen Ebenen ab – eine komplexe Angelegenheit also!

Es ist eine sehr turbulente Zeit, die einem selbst so einiges abverlangt. Umso wichtiger ist es, gut zu sich zu sein. Und sich auf sich selbst und sein persönliches Wohlbefinden zu konzentrieren…