Du beschäftigst Dich gerade sehr mit dem Thema Kontaktabbruch? Was steckt dahinter? Warum entscheidet man sich überhaupt dafür? Und was sind die psychologischen Auswirkungen?

Ich helfe Dir da gerne weiter! Auch, weil mich das Thema aus persönlichen Gründen vor einigen Jahren ziemlich interessiert hat. Du erfährst deshalb von mir

1) Was aus psychologischer Sicht hinter dem Kontaktabbruch steckt

2) Was die Auswirkungen auf einen persönlich sind

3) Was die Trennung psychisch bewirkt

4) Wie man sich jetzt am besten verhalten sollte

5) und was ich als Fazit zu sagen habe.


 

Wenn er/sie plötzliche den Kontakt abbricht – die Psychologie dahinter

Vor zwei Jahren hat mein Ex ganz plötzlich den Kontakt abgebrochen. Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Und wollte unbedingt wissen, warum er das getan hat!

Warum er sich für diese spezielle Taktik, übrigens „Ghosting“ genannt, entschieden hat. Mich hat das Ganze sehr verletzt. Ich fühlte mich hilflos. Wusste nicht weiter. Und versuchte, sein Verhalten zu verstehen. Indem ich mich der Sache psychologisch näherte:

Warum wird der Kontakt oft wortlos abgebrochen?

Natürlich tickt da jeder anders. Und jeder hat seine ganz eigenen Gründe, warum er den Kontakt auf einmal abbricht! Doch ist mir bei meinen Recherchen vor allem eines aufgefallen: Bestimmte Gründe tauchen einfach immer wieder auf.

1.) Man ist total überfordert

Mein Ex hat mir später erklärt: Er fühlte sich in dieser Zeit total überfordert. Eingeengt. So, als ob er kaum noch Energie hätte. Er wusste nicht weiter. Und hat deshalb die Flucht nach vorne angetreten… eben aus diesem Gefühl der Überforderung heraus.

2.) Man sucht im Moment den leichtesten Weg

Ja, auch das ist in gewisser Weise feige! Aber irgendwie auch menschlich, oder? (Und mal ehrlich: ich selbst war auch schon in dieser Versuchung…)

3.) Man hat nicht das Gefühl, dass eine Erklärung Verständnis findet

Weil man die Befürchtung hat, der Andere kann diese Erklärung nicht akzeptieren. Macht es einem noch schwerer. Deshalb lässt man es lieber gleich sein…

4.) Man sucht Aufmerksamkeit

Dieser Grund ist eher selten. Er kommt aber immer mal wieder vor! Man will mit seiner Aktion Aufmerksamkeit erregen. Und den Anderen zu einer Reaktion bewegen.

5.) Die „das hast du jetzt davon“ Einstellung

Das ist einer Freundin von mir passiert. Ihr Ex wollte ihr auf deutliche Weise sagen: „Schau her! Das sind die Konsequenzen für Dein Verhalten!“ Weil er sich von ihr falsch behandelt fühlte…

6.) Totales Desinteresse gepaart mit fehlender Empathie

Ganz ehrlich: Manche Menschen sind einfach a…löcher. Sie kümmern sich nicht um ihre Mitmenschen. Geschweige denn um deren Gefühle! Und verletzen mit ihren Aktionen umso mehr…. (Schade, dass solche Personen kein Warnschild auf ihrer Brust tragen!)

Gut, die Gründe für dieses Verhalten sind Dir nun bekannt. Aber was macht es eigentlich mit Dir persönlich? Was sind die Auswirkungen auf Deine Psyche? Höchste Zeit, sich auch das mal anzuschauen!

Kontaktabbruch und die Psychologie dahinter – was macht es mit dir?

Oh, wie mir das weh getan hat! Und wie viele Fragen in mir fast schon tobten…. Sie begleiteten mich, ab dem Zeitpunkt des Aufstehens. Und ich konnte einfach keine Antwort auf all die „Warums“, „Weshalbs“ und Co finden….

Bis ich die Sache wieder aus wissenschaftlicher Seite angegangen bin:

1. Unser Unterbewusstsein will, dass die Dinge um uns herum komplett sind

Weil wir so Harmonie und Glück in unserem Leben haben. Das ist zumindest die Wunschvorstellung… eine schöne, nicht wahr? Und so träumte auch ich von der perfekten Partnerschaft, dem perfekten Job, der perfekten Wohnung und und und…

2. Wir wollen die Verletzung heilen – und können nicht – wir können es nicht beenden. Was es schwerer macht!

Ich wollte die Beziehung unbedingt aufrecht erhalten. Um sie kämpfen! Obwohl ich schon spürte, dass es da so einige Probleme gab. Und mich gewisse Verhaltensweisen von ihm verletzten und trafen.

Er verhielt sich aber weiter so. War dann von einem Tag auf den anderen weg. Was mich umso mehr traf. Und ich fand einfach nicht aus dieser Situation heraus. Eben weil ich keine Antwort fand… mich dabei ständig im Kreis drehte.

3. Dieser Mensch war uns extrem wichtig – wie füllen wir diese Lücke?

ER, mein Ex, hatte mit seinem Weggang eine Lücke in mein Leben gerissen. Das sich auf einmal so leer anfühlte. So grau, wo es doch vorher so bunt gewesen war. Wie um alles in der Welt sollte ich diese Leere bloß füllen? Zumal ich keinerlei Energie dazu verspürte?

Du siehst: Die Auswirkungen können ziemlich heftige sein! Doch was passiert aus psychologischer Hinsicht, wenn es zur Trennung kommt?

Kontaktabbruch nach einer Trennung – Psychologie

Der Worst Case, die Trennung, trat auch bei mir schließlich ein. Und ich hatte sehr damit zu kämpfen! Auch, wenn es sich bereits angedeutet hatte. Weil einfach so vieles bei mir zusammen kam…

1. Zusätzlich ist da die gemeinsam verbrachte Zeit.

Denn wir beide hatten sehr viel Zeit miteinander verbracht. Mitunter war ich ganze Tage bei ihm, obwohl wir nicht zusammen wohnten! Deshalb war auch viel Gewohnheit mit im Spiel, diese Gewissheit, dass da jemand ist, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam… Was mich gleich zum nächsten Punkt bringt:

2. Zusätzlich sind da ist der Alltag – die Gewohnheit ungewohnt neu – als Single.

Ich habe rasch gemerkt: Das ist mit das Härteste für mich: Nach Hause zu kommen. In die leere Wohnung. Und zu wissen: Heute abend werde ich seinen Schlüssel in der Tür auch nicht mehr hören.

Wie viel Alltag ich mit ihm hatte, das merkte ich erst jetzt… Und es schmerzte!

3. Beim Ghosting fühlen wir uns zudem sehr verletzt – denn eine wundervolle Zeit steht diesem eiskalten Abbruch gegenüber.

Hatte ihm das alles denn gar nichts bedeutet? War es so wertlos für ihn, dass er es einfach so weg geworfen hatte?

Oder hatte ich mich so sehr in ihm getäuscht? Ich wusste einfach nicht, was ich denken sollte!

Du kannst Dir vorstellen, wie sehr ich nach einem Ausweg gesucht habe! Weil mich die Trennung sehr belastete. Was hat mir geholfen hat, möchte ich Dir in dem nächsten Abschnitt näher vorstellen:

Was solltest du jetzt machen – was ist jetzt wichtig?

Eine kleine Vorbemerkung: Jeder braucht was anderes. Jede Wunde heilt anders. Jeder hat seine ganz persönlichen Bedürfnisse.

Umso besser, wenn man diese kennt! Und wenn man die Kraft hat, Pläne zu schmieden! Diese dann auch in die Tat umzusetzen! Mit diesen Tipps ist mir das gelungen:

1. Fülle die Leere nicht mit Thesen → ersetze sie mit der Wahrheit

Er/sie ist weg weil… er/sie weg ist. Mehr braucht man einfach nicht zu wissen!

Das klingt Dir zu simpel? Du verlangst nach einer Erklärung? Manchmal braucht es einfach keine. Das ist mir zumindest klar geworden. Gut, ich hätte mich jetzt noch Monate mit seinen Gründen befassen können. Aber irgendwann hatte ich dazu einfach keine Lust mehr….

2. Du bist gut wie du bist – Affirmation!

Sein plötzlicher Weggang hat tiefe Selbstzweifel in mir ausgelöst. Bis mich eine Freundin auf die Technik der Affirmation aufmerksam gemacht hat. Diese hat mir sehr geholfen. Weil ich mir konsequent jeden Tag gesagt habe: „Ich bin gut, so wie ich bin. Ich bin ein einzigartiger und wertvoller Mensch. Und nichts und niemand kann daran etwas ändern.“

3. Ersetze negativierende Gedanken durch positivierende!

Woran willst du denken? Daran, wie wenig du wert bist, weil er/sie dich verlassen hat? Gut, tu das!

Aber mal ehrlich: ist das wirklich die richtige Taktik? Denke lieber daran, wie sehr er/sie dich einst lebte! Und was Dein/e Ex alles für Dich getan hat. Weil Du es ihm oder ihr wohl wert warst!

4. Sprich dich richtig aus!

Etwas ist mir ebenfalls im Laufe der Zeit klar geworden: Wenn ich die ganze Zeit mit diesen Fragen alleine bleibe, ist das alles andere als gut für mich. Also habe ich mir einen Schubs gegeben. Und meine beste Freundin angerufen. Wie gut mir das getan hat! Und wie sehr sie mich aufgefangen hat!

5. Hast du das auch schon mal gemacht?

Ich hatte das ja zunächst ein wenig verdrängt. Aber dann fiel mir irgendwann ein: Auch ich habe mich ja so schon mal verhalten.

Aus den Gründen, die ich oben bereits genannt habe. Und NICHT, weil der Ex so schlecht gewesen war. Geben wir es also ruhig zu: Wohl JEDER von uns hat diese Taktik schon mal angewandt… (oder zumindest fast jeder).

6. Du hast Dein Bestes gegeben!

Und was könntest Du mehr verlangen? Für mich war dieser Gedanke sehr hilfreich. Ich wusste es in manchen Situationen einfach nicht besser. Handelte (trotzdem) so, wie ich es für richtig hielt – in diesem Moment. Punkt.

7. Er oder sie konnte auch DEINE Bedürfnisse nicht mehr erfüllen.

Daran musste ich denken, als ich mir all jene Momente ins Gedächtnis rief, in denen ICH unglücklich gewesen war. In denen ich mich von ihm nicht gut behandelt fühlte. Und mir wurde klar: Auch mein Ex hat es immer weniger vermocht, meine Bedürfnisse zu erfüllen. Daher war (und ist!!) es schon ganz gut, wie es gekommen ist… für uns beide!!

Fazit!

Ich weiß, dieser Text kann diese Leere nicht füllen! Die Fragen, die sich in Dir jetzt aufdrängen, nicht beantworten!

Aber eines hoffe ich: Die Erkenntnis, dass die Frage nach dem Warum eigentlich gar nicht so wichtig ist. Wichtig ist, dass Du jetzt weitergehst! und den richtigen Blickwinkel findest…