Was ist Liebeskummer eigentlich? Wie lässt er sich definieren? Und was passiert dabei in Deinem Körper?

Auch ich habe mich das schon häufig gefragt.Deshalb bin ich der Sache genauer auf den Grund gegangen.

In diesem Beitrag will ich Dir beantworten, was Liebeskummer eigentlich ist. Was er bedeutet. Was seine Ursachen und Folgen sind. Und was dabei auf der körperlichen Ebene passiert.

Dabei gehe ich folgendermaßen vor:

a) Definition von Liebeskummer

b) was passiert in Deinem Körper?

c) Welche Hormone spielen eine Rolle?


Was ist Liebeskummer eigentlich?

Liebeskummer Definition – was ist es?

Was ist die Liebeskummer Ursache?

Liebeskummer ist das, was nach dem Aus einer Liebe mit uns geschieht. Vielleicht war diese Liebe unerwidert. Vielleicht ist eine Beziehung zerbrochen. Vielleicht ist der geliebte Partner verstorben.

Die Ursache für Herzschmerz ist also eine unglückliche Liebe. Fakt ist: Man muss den Traum, mit eben diesem einen Partner glücklich zu werden, begraben. Für immer.

Was ist die Liebeskummer Folge?

Wer unter Liebeskummer leidet, der handelt nicht vernünftig – zumindest nicht in den Augen der Umgebung. Oft braucht man Hilfe. Er neigt dazu, sich selbst aufzugeben. Zu allen möglichen Kompromissen bereit zu sein, nur, um die Beziehung zu retten.

Aber auch aggressives Verhalten oder totaler Rückzug sind Folgen, die in diesem Zusammenhang oftmals zu beobachten sind.

Die Folgen sind somit sehr vielfältig. Und lassen sich nicht pauschalisieren. Wie jemand auf das Aus reagiert, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • der Intensität des Liebeskummers

  • den Umständen der Trennung

  • der emotionalen Stabilität

  • ob es ein soziales Netz gibt, das ihn auffängt

  • ob er Maßnahmen zur Trauerbewältigung ergreift

Was sind typische Liebeskummer Symptome?

Es gibt sowohl körperliche als auch seelische Symptome, die mit Liebeskummer in Zusammenhang gebracht werden. Ausführlich habe ich diese bereits unter https://interfe.net/liebeskummer/symptome/ beschrieben.

Hier daher eine schnelle Übersicht über die gängigsten Liebeskummer Symptome:

  • Beschwerden im Magen-Darm-Bereich

  • Kopfschmerzen, Migräne

  • Kreislaufprobleme

  • innere Unruhe

  • Konzentrationsprobleme

  • Probleme, den Alltag zu bewältigen

  • sozialer Rückzug

  • Schlafstörungen

  • innere Leere/ Unruhe

  • Antriebslosigkeit

  • gestörtes Essverhalten (Heißhunger oder Appetitlosigkeit)

  • Zukunftsängste

  • aggressives Verhalten

  • Depression

  • zu viel Nikotin, Alkohol, Drogen (Entwicklung einer Sucht)

Was und wie fühlen wir bei Liebeskummer?

Es kann teilweise sehr weh tun sein, unter Liebeskummer zu leiden. Denn: Das Abschied nehmen ist schmerzhaft. Das Loslassen. Hinzu kommen die Ängste. Vor dem Alleinsein etwa. Davor, den neuen Herausforderungen nicht gewachsen zu sein. Jenen, die der neue Lebensabschnitt mit sich bringt. Hilfe ist oft notwendig.

Hier ein paar ganz typische Gefühle, die bei Liebeskummer auftauchen:

  • Trauer

  • Wut

  • Verzweiflung

  • Sehnsucht

  • Hoffnungslosigkeit

  • Müdigkeit

  • Antriebslosigkeit

  • innere Leere

  • Orientierungslosigkeit

  • Angst

  • Erinnerungen an vorherige Trennungen

Ich habe Dir erklärt, wie sich Liebeskummer definieren lässt. Doch was passiert dabei in unserem Körper? Das will ich Dir im nächsten Abschnitt zeigen:

Was ist Liebeskummer genau?

Liebeskummer wird von den Wissenschaftlern als eine psychische Ausnahmesituation angesehen. Und mit einer Trauerreaktion verglichen – wie etwa, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist. Dies kommt nicht von ungefähr: 45 Prozent aller Betroffenen, so haben Untersuchungen gezeigt, leiden nach dem Aus der Liebe unter Depressionen und/ oder suizidalen Gedanken.

Was passiert bei Liebeskummer in unserem Körper genau?

Das Vertrackte an der Sache ist: Wir können diese Gefühle nur bedingt steuern. Denn sie entstehen in unserem Gehirn.

Es passiert erstens: Unsere Hormone sind zuständig für die Steuerung der Gefühle

In unserem Körper laufen ständig biochemische Steuerungsprozesse ab. Verschiedenste Hormone spielen zusammen. Das alles beeinflusst, wie wir uns fühlen. Und wie großen Schmerz wir empfinden.

Den Hormonen kommt dabei eine wesentliche Bedeutung zu. Denn sie steuern nicht nur unsere körperliche Entwicklung, unser Wachstum. Sondern auch den Gemütszustand.

Es passiert zweitens: Bei Liebeskummer werden sehr viele Stresshormone ausgeschüttet

Wer verliebt ist, hat einen sehr hohen Serotonin und Dopamin-Spiegel. Die Konzentration dieser sogenannten Glückshormone ist sehr hoch. Und deshalb fühlen wir uns auch so gut. Nach einer Trennung ist das Gegenteil der Fall. Diese Situation bedeutet puren Stress für unseren Körper.

Die Folge: Wir fühlen uns überfordert. Allein und einsam. Wir trauern. Die Stimmung sinkt. Auch, weil nun sehr viel weniger Serotonin und Dopamin ausgeschüttet werden. (wenn überhaupt)

Durch diese neue Situation, durch die Trennung begeben wir uns in eine Stressphase. Denn genau das bedeutet Liebeskummer für unseren Geist und unseren Körper: purer Stress.

Zu trauern, dem Kummer nachzugehen, das heißt zum einen: Die oben erwähnten Wohlfühl-Stoffe werden dem Körper entzogen. Zumal Dein Körper jetzt besonders viel Energie verbraucht – eben weil es für ihn eine sehr stressige Zeit ist.

Es passiert drittens: Die Hormone blockieren nun unseren Geist sowie Körper

  • Wir haben das Gefühl, nicht mehr klar denken zu können.

  • Wir wissen nicht, wie uns geschieht.

  • Und wie wir jemals wieder aus dieser Situation heraus kommen sollen.

  • Wir fühlen uns einfach nur elend.

Es passiert viertens: Der Stress schwächt das körperliche Abwehrsystem

Um sich die nötige Energie zu holen, schüttet der Körper für kurze Zeit Adrenalin aus. Ein Hormon, das kurzfristig aufputscht. Doch dies ist, wie gesagt, nur kurze Zeit der Fall.

Danach wird nämlich Cortisol ausgeschüttet. Ein Stoff, der auch als Stresshormon bekannt ist. Doch dieses hat leider einen sehr negativen Einfluss auf das Abwehrsystem. (Dies gilt auch für die anderen Zwischenprodukte, die bei Stress entstehen. )

Wenn der Stress lange andauert, vielleicht chronisch wird, können die Immunzellen nicht mehr mit voller Kraft arbeiten. Dies ist dann der Fall, wenn wir psychisch und physisch zu sehr belastet sind.

  • Wir werden leichter krank.

  • Wir verspüren verschiedene körperliche Beschwerden.

  • Und bestimmte Krankheiten können auftreten.

  • Psychische (wie etwa eine Depression) und physische (Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen, …)

Du siehst, wie wichtig es ist, trotz Liebeskummers auch weiterhin gut zu sich selbst zu sein! Auch, um die Hormone im Gleichgewicht zu halten. Welche bei Liebeskummer eine Rolle spielen, möchte ich Dir im nächsten Abschnitt näher bringen:

Welche Hormone spielen bei Liebeskummer eine Rolle?

Ich möchte noch intensiver darauf eingehen, was in unserem Körper bei Liebeskummer passiert. Welche Hormone und Botenstoffe beteiligt sind.

Das ist ein sehr wichtiges Thema. Denn mit diesem Wissen kannst Du Dich, Deinen Körper, dessen Verhalten besser verstehen. Deine Gefühle akzeptieren.

Vorbemerkung I: Ohne Hormone gibt es keine Emotionen

Wie gesagt entstehen unsere Emotionen durch Botenstoffe und Hormone. Diese sind gemeinsam für die Gefühle zuständig. Und ohne Hormone gibt es weder das Empfinden von Liebe und Glück. Noch von Trauer und Wut.

Und es ist sehr wichtig, in welch einem Verhältnis diese Botenstoffe und Hormone zueinander stehen. Wie sehr sie im Gleichgewicht sind. Denn dies wirkt sich unmittelbar auf unsere Emotionen aus.

Wir empfinden wahlweise ewige Liebe, sind verliebt oder trauern. Verspüren Wut, den Schmerz des Verlustes.

Vorbemerkung II: Bei Liebeskummer gerät das hormonelle Gleichgewicht gründlich durcheinander

So wird von bestimmten Stoffen zu viel produziert. Von anderen wiederum zu wenig.

Je nachdem fühlst Du Dich:

  • appetitlos

  • schlecht

  • ohne Antrieb

  • müde

  • lethargisch

  • nicht bis kaum attraktiv

All das ganz typische Symptome, die bei Liebeskummer auftreten. Die Steuerung, die in unserem Gehirn stattfindet, die für diese Hormone zuständig ist, ist jetzt aus dem Takt geraten. Und das hat gravierende Auswirkungen…

Übersicht über alle Hormone, die bei Liebeskummer mit beteiligt sind:

Damit Du einen schnellen Überblick über alle in dieser Hinsicht wichtigen Hormone hast: Hier eine Tabelle mit allen wesentlichen Infos.

HormonZuständigkeit, Beschreibung
AdrenalinWird bei Stress ausgeschüttet
DopaminRegelt das Glücksgefühl, besonders hoch bei Verliebten

zu wenig davon: Verzweiflung, Lethargie
zu viel: Wut und und Leidenschaft
SerotoninRegelt ebenfalls das Glücksgefühl, besonders hoch bei Verliebten
OxytocinStärkt die Bindung

Nun möchte ich Dir die einzelnen Hormone genauer vorstellen:

Hormon 1: Adrenalin

Dieses Hormon wird in den Nebennieren hergestellt. Es tritt vor allem bei Stress auf. Also auch bei Liebeskummer. Der ja bekanntlich einiges vom Körper abverlangt.

Eigentlich ist Adrenalin dafür da, den Körper an diese Belastung(en) anzupassen. Genauer gesagt den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System.

Die Folge:

  • Der Blutdruck erhöht sich.

  • Sowie die Puls- und die Atemfrequenz.

  • Auch das Herzminutenvolumen wird größer.

  • Und unser Körper setzt Energiereserven wie Fette und Zucker frei.

Wenn der Stress vorbei ist oder nachlässt, wird Adrenalin schnell(er) abgebaut.

Wenn er jedoch anhält, hat das gravierende Konsequenzen für den Körper:

  • Der Organismus wird überlastet.

  • Das gilt auch für das Herz.

  • Man fühlt sich ständig müde.

  • Hat Konzentrationsstörungen.

  • Und weitere Symptome (die auch beim Burn Out auftreten.)

Hormon 2: Dopamin

Koordination, Motivation, Steuerung des Appetits – das sind die Bereiche, für die Dopamin im Menschen zuständig ist. Zusammen mit Noradrenalin gilt es zudem als Glückshormon, das uns so manch schöne Momente beschert.

Doch kommt es (auch) hier auf die Dosis an.

  • Ist zu wenig Dopamin vorhanden: Die Signale können nicht mehr ungehindert übertragen werden.

  • Man fühlt sich schlapp und lethargisch.

  • Es besteht die Gefahr, eine Depression zu entwickeln.

  • Auch Bewegungsstörungen sind keine Seltenheit

  • Alles erscheint einem gleichgültig.

  • Ist viel Dopamin vorhanden:

  • Wir empfinden mehr und intensiver.

  • Wir nehmen mehr wahr.

  • Wir freuen uns auf das, was kommt.

  • Aber auch Gefühle wie Wut und Leidenschaft.

Hormon 3. Noradrenalin

Noradrenalin gehört zu den Botenstoffen im vegetativen Nervensystem eines Menschen. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Neurotransmitter. Es ist, wie der Name es bereits verrät, mit dem Adrenalin verwandt. Und wichtig für das Leben. Denn:

  • Und verändert den Blutdruck. (Aber nicht das Herzminutenvolumen wie das Adrenalin.)

  • Es ist zuständig für die psychische und die mentale Anpassung an Stress.

  • Es steigert die Aufmerksamkeit. Die geistige Leistungsbereitschaft. Und die Motivation.

Du ahnst es vermutlich schon:

  • Bei Liebeskummer wird weniger Noradrenalin ausgeschüttet.

  • Wir fühlen uns weniger motiviert.

  • Und die Gefahr einer Depression erhöht sich.

Hormon 4: Oxytocin

Dieser Stoff lässt uns Nähe, Vertrautheit und Verbundenheit spüren. Es steigert die Bereitschaft, sich auf jemanden einzulassen. Eine menschliche Bindung einzugehen. Und ist daher auch für die Partnerschaft von entscheidender Bedeutung. Sowie für das soziale Gedächtnis und die Angst.

Hormon 5: Serotonin

Dieses Hormon hat einen großen Einfluss auf unser Empfinden. Sowie auf den Magen-Darm-Bereich, auf das Herz-Kreislauf-System.

Bei einem ausgeglichenen Serotonin-Spiegel fühlen wir uns im Leben ruhig und gelassen. Bei zu wenig kommt es zu Aggressionen. Und/ oder zu einer emotionalen Überempfindlichkeit.

Was ist Liebeskummer Psychologie?

Natürlich ist Liebeskummer keine rein hormonelle Angelegenheit. Es spielen auch diverse psychische Faktoren eine Rolle! Die Frage, welche das sind? Schauen wir uns das im Folgenden genauer an:

Psychologische Faktoren, die bei Liebeskummer eine Rolle spielen

Faktor 1: Wie gut kann man für sich selbst sorgen?

Wie groß der Liebeskummer letzten Endes ist, hängt von verschiedenen psychischen Faktoren ab:

  • Wie man auf Probleme in der Beziehung reagiert.

  • Wie intensiv die Gefühle für den Anderen waren.

  • Wie lange die Beziehung ging.

  • Wie sehr man in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen. Den persönlichen Bedürfnissen nachzugehen.

  • Wie sehr einen (unterbewusste) Ängste prägen und steuern. In welchem Maße diese nun aktiviert werden.

All das spielt eine ganz wichtige Rolle beim Trauern und Verarbeiten.

Faktor 2: Wie sehr ist man bereit, aus dieser Erfahrung zu lernen?

Eine gründliche Analyse ist für das Überwinden sehr wichtig. Um sich selbst und das Verhalten besser zu verstehen. Immer wieder! Um wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Und gestärkt aus der Erfahrung Liebeskummer hervor zu gehen.

Faktor 3: Wie sehr hat man sich in der Beziehung aufgegeben? Wie stark ist das soziale Netz?

Auch diese beiden Faktoren spielen eine Rolle:

  • Wie eigenständig man war. Bzw. wie sehr man sich in der Beziehung aufgegeben und angepasst hat.

  • Wie stark das soziale Netz ist, das einen im Idealfall auffängt.

  • Und wie gut man sich nach dem Liebeskummer ablenken kann.

  • Wie sehr man in der Lage ist, darüber zu reden.

(mehr dazu unter interfe.net/liebeskummer-ueberwinden)

Fazit

Liebeskummer ist eine komplexe Frage! Die sich weder mit rein hormonellen Faktoren, noch mit rein psychischen erklären lässt. Und: Jeder Liebeskummer ist auf seine Weise einzigartig – wie die jeweiligen Umstände auch. Die Frage, ob er rein körperlich ist, ist also beantwortet. Nein!

Dennoch gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten. Die dazu führen, dass sich die Situation der Betroffenen aus aller Welt gleicht. Sie IST zwar nicht gleich – doch gibt es starke Ähnlichkeiten. Was die Symptome, die Ursachen, den Verlauf anbelangt.