In deiner Beziehung kommt es immer wieder zu Streitereien?

Mittlerweile belastet es dich?

Aber aufgeben und komplett trennen möchtest du dich nicht?

Du denkst über eine räumliche Trennung nach?

In diesem Beitrag erkläre ich dir …

A.) Wann eine räumliche Trennung sinnvoll ist

B.) Wie lange eine räumliche Trennung von statten gehen sollte

C.) Was du in dieser Zeit machen solltest

D.) Wann eine Trennung auf Zeit überflüssig ist

Wir werden uns Schritt für Schritt jeder einzelnen Frage annähern.


Wann ist eine räumliche Trennung sinnvoll?


Nicht immer macht eine Trennung auf Zeit Sinn! Es müssen gravierende Voraussetzungen gegeben sein. Denn eine räumliche Trennung kann auch zur endgültigen Trennung führen! Das geht schneller, als du glaubst.

Deswegen musst du dir absolut sicher sein. Ich werde dir jetzt einige wichtige Impulse mitgeben. Wenn diese Umstände auf dich zutreffen, dann solltest du mit diesem Trennungsmodell arbeiten.

Eine Trennung auf Zeit ist sinnvoll wenn…

  1. Wenn ihr bereits mehr als dreimal Probleme angesprochen habt. Und in der Folge einen konkreten Maßnahmenplan entwickelt habt. Und ihr immer wieder versucht habt diesen Maßnahmenplan umzusetzen
  2. Wenn die Beziehung deinen Alltag belastet. Wenn ewige Diskussionen und Streitereien an die nervliche Substanz gehen.
  3. Wenn ihr die Partnerschaft retten wollt. Euch die Beziehung immer noch etwas bedeutet.
  4. Wenn du das Gefühl hast, dich im Kreis zu drehen. (Nur bezogen auf eure Beziehung)
  5. Wenn schon bei kleinen Diskussionen ganz schnell größere Streitereien entstehen.
  6. Wenn die Partnerschaft an Problemen und Streitereien nicht mehr wächst.

Eine Trennung auf Zeit ist nicht sinnvoll:

  1. Wenn ihr noch keine Maßnahmen zur Problembewälting getestet habt.
  2. Wenn ihr euch noch nicht einmal ruhig und in aller Ausführlichkeit ausgesprochen habt.
  3. Wenn die Beziehung an Streitereien und Problemen wächst.

Eine räumliche Trennung ist überflüssig:

  1. Wenn ihr kaum noch Liebe füreinander habt
  2. Fast jede Kommunikation in einem Streit endet
  3. Ihr euch extrem auseinander gelebt habt
  4. In diesem Szenario wäre eine gänzliche Trennung die beste Lösung.

Wie lange sollte eine Trennung auf Zeit sein?

Es ist schwierig eine pauschale Antwort zu finden! Denn das hängt von der Situation ab. Deswegen möchte ich dir 2 verschiedene Einflüsse mitgeben. Incl. einer Formel zur Berechnung der Dauer!

2 Faktoren bestimmen für die Zeitspanne der temporären Trennung

Es gibt bestimmte Faktoren, die eure Situation beeinflussen! Das wären:

1.: Die Länge eurer bisherigen Beziehung

Wenn die Bindung zehn Jahre ging, macht eine Trennung von 14 Tagen kaum Sinn. Wenn sie zwei Jahre ging, dann ist ein Monat schon sehr viel.

Denn die Intensität unseres Gewohnheitssystems und unsere Gewohnheiten wird über viele Jahre geprägt. Die Funktion einer zeitlich bemessenen Trennung kann nur mit neuen Gewohnheiten erfüllt werden. Gewohnheiten, die nicht mehr in Verbindung mit dem Partner oder der Partnerin stehen.

2.: Verlauf der Beziehung

Hat die Liebe im Laufe der Partnerschaft stark abgenommen? Habt ihr euch gegen Ende der Beziehung stark auseinander gelebt? Oder ist die Liebe stärker geworden? Oder war sie stabil und kontinuierlich? Darüber musst du dir auf jeden Fall einen Kopf machen.

Berechnung beider Faktoren für die Dauer

Es gibt nun eine einfache Faustregel, der du folgen kannst. Insgesamt musst du 2 Werte bestimmen. Und diese zwei Werte gegenrechnen.

Erster Wert für die Berechnung – die Länge eurer bisherigen Beziehung

Als erstes nutzt du die Länge eurer Beziehung. Orientiere dich an der Formel, dass du die Anzahl der Jahre in Monate umrechnest.

Wichtig: die Dauer sollte bei mindestens einen Monat liegen und bei maximal sechs Monaten.

Beispiel: eure Beziehung ging zehn Jahre. Dann haben wir einen ersten Wert von zehn Monaten. Das ergibt einen Maximalwert von sechs Monaten.

Zweiter Wert für die Berechnung – Verlauf der Beziehung

Nun nähern wir uns dem zweiten Wert. Dabei geht es um den Verlauf der Beziehung. Es gibt drei verschiedene Verläufe:

Bei Verlauf „Entliebung“

Ihr habt euch während der Beziehung entliebt und stark auseinander gelebt: dann wird das erste Ergebnis mit 1,5 dividiert

Bei Verlauf „Liebe stabil und konstant“

Die Stärke eurer Bindung ist nicht abgeflaut. Sie ist seit Beginn eurer Beziehung stabil: nun wird das Ergebnis mit zwei dividiert

Ber Verlauf „Liebe wurde stärker“

Im Laufe eure Beziehung ist eure Liebe immer stärker geworden.: Nun wird das Ergebnis mit drei dividiert.

Warum sollte es so berechnet werden? Welchen Sinn hat das?

Erklärung an einem Beispiel:

Nehmen wir an, deine Beziehung ging fünf Jahre. Der erste Wert (Dauer der Beziehung) würde also fünf Monate ergeben.

Wir hätten bis jetzt also eine festgelegte Trennung von fünf Monaten. Was eine sehr lange Zeit ist.

Ber Verlauf „Liebe wurde stärker“

Wenn eure Liebe während der Beziehung immer stärker geworden wäre, dann hätten fünf Monate der Trennungspahse die Beziehung endgültig zerstören können. Das wollen wir nicht! Denn ihr hättet euch in dieser Zeit vermutlich entliebt. Und die Notwendigkeit besteht aufgrund eurer emotionalen Voraussetzungen einfach nicht. Deswegen wird der ganze Wert durch drei dividiert.

Bei Verlauf „Liebe stabil und konstant“

Wenn das Verliebtheisgefühl stabil geblieben ist, wird durch 2 dividiert. Eine zu lange Zeit kann auch hier schädlich sein. Und ist einfach nicht notwendig! Zu kurz wäre aber auch nicht gut!

Ber Verlauf „Liebe wurde stärker“

Wenn ihr euch währende Beziehung auseinander gelebt und entliebt habt, macht es Sinn. Dann darf es länger dauern. Denn hier ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass das Gefühl von „vermissen“ entsteht. Alleine das kann schon sehr viel reparieren.

Damit kommen wir jetzt zum nächsten Punkt!

Die Funktion der Trennung auf Zeit – welchen Sinn hat das?

Wenn sich eine Beziehung festfährt, dann muss man die Zügel lockern. Eine Auszeit, ein neues Umfeld, ein neuer Alltag und all das ist wichtig.

Es hilft dabei, zur Besinnung zu finden. Zu reflektieren, was man wirklich möchte.

Und es bietet genug Zeit, um über die tatsächlichen Trennungsursachen nachzudenken. Vielleicht ist einer von beiden unzufrieden mit sich selbst. Hat im Leben etwas verpasst… und und und.

Man schafft sich den Raum und die Zeit, ein komplett neues Umfeld zu entwickeln. Und diese neuen Eindrücke, neuen Gewohnheiten dieser neuer Alltag erlaubt das allerwichtigste:

Den Blick von außen.

Denn erst dann hast auch du die Möglichkeit deine Beziehung von außen zu betrachten. Und in der Folge die eigentlichen Probleme zu erkennen.

Und damit kommen wir nun zu weiteren wichtigen Inhalten!

Durchführung und Phasen der räumlichen Trennung – Gefühle reflektieren…

Insgesamt solltest du drei Phasen durchlaufen.

Am besten du verteilst diese drei Phasen gleichmäßig auf die berechnete Dauer der temporären Trennung!

Phase eins – vorbereiten

Was muss ich beachten? Checkliste:

  1. Du brauchst für den Zeitraum eine Unterkunft (falls ihr zusammen wohnt)
  2. Es ist sinnhaft mit einer gelockerten Kontaktblockade zu arbeiten (ihr habt noch Kontakt, aber dieser ist drastisch reduziert)
  3. Erschaffe dir eine komplett neue Umgebung. Gegebenenfalls kannst du dein Zimmer umräumen oder bei Freunden oder der Familie unterkommen.

Phase zwei – reflektieren

Du hast jetzt den nötigen Abstand! In der zweiten Phase musst du für dich die Ursachen der Beziehungsprobleme finden. Euer gemeinsames Ziel ist ja ein besserer Neustart. Das geht nur, wenn jeder für sich gründlich über die Fehler nachdenkt.

Reflektiere folgende Fragen:

  1. Macht es Sinn, sich oder etwas für die Beziehung zu ändern?
  2. Macht die Beziehung noch Sinn?
  3. Wo will ich im Leben hin. Wo habe ich mich verändert, was auch die Beziehung beeinflusst hat!
  4. Warum kam es soweit? Was passt einfach nicht?
  5. Liebe ich ihn/sie, oder ist es Angst vor Einsamkeit?
  6. Liebe ich nur eine Idee von dieser Person?
  7. Welche externen Einflüsse verhindern die Beziehung?

Warum sind diese Fragen so wichtig?

Diese Fragen spielen eine entscheidende Rolle! Denn ihr beide müsst an euch arbeiten. Und die Antworten auf diese Fragen wird dir in deiner Situation erst weiterhelfen!

Und das ist mit Mühe und Aufwand verbunden. Nutze den Abstand und die Zeit, um herauszufinden, ob er oder sie es wert ist. Was du wirklich willst!

Finde die Antort und entwickel auf dieser Basis einen Lösungsplan

Entwickel einen Maßnahmenplan. Bei diesem gehst du genau auf die Ursachen eurer Probleme ein! Finde heraus, wie du zukünftig diese Probleme vermeiden kannst.

Beispiel an mir:

Wir hatten eine Krise, weil wir gegen Ende zu wenig unternahmen. Ich machte dann einen Plan! Ab jetzt machen wir mind. Einmal im Monat einen Ausflug oder was abenteuerliches!

Es hat extrem geholfen!

Ps: Sowas musst du dann natürlich auch gemeinsam absprechen!

Phase drei – Konsens und Lösung finden

In der Phase zwei hast du dich nur auf die Trennungsursachen konzentriert. Und jetzt musst du die Trennung reflektieren.

Und für dich herausfinden, was du wirklich willst! Darauf musst du deinen Fokus halten.

Findet einen gemeinsamen Konsens bei einem Treffen

Darauf kommt es jetzt an!

Jetzt geht es darum, dass ihr gemeinsam die Probleme löst!

Sprecht euch aus. Entwerft gemeinsam Maßnahmenpläne. Tauscht euch über eure Erkenntnisse und Erfahrungen aus aus der Trennungszeit aus!

Erarbeitet einen Schlachtplan, bei dem beide glücklich sind

Und macht es diesmal besser. Sprecht darüber, was ihr verändern wollt.

Entwerft einen Plan, an den sich jeder zu halten hat!

Dann müsst ihr in die Umsetzung gehen! Das ist das wichtigste!

Setzt alles um, was ihr euch vorgenommen habt!

Andernfalls wäre die temporäre Trennung gescheitert. Setzt alles das um, was ihr in aller Ausführlichkeit miteinander besprochen habt. Nur wenn ihr das schafft, wird alles wieder funktionieren.

(Rückblickend → welchen Sinn hat diese Trennungsart? Aleine dafür ist die Trennung auf Zeit gedacht!)

Die räumliche Trennung als Chance

Es geht nicht darum, eine Kontaktsperre aufzubauen. Oder den anderen zu vergessen. Oder bewusst den anderen zu verlieren.

Es ist noch nicht alles verloren! Juchuh

Es geht darum, dass ihr euch eures gegenseitigen Verlustes bewusst werdet! Du oder er, ihr beide seid einen Schritt von einer tatsächlichen Trennung entfernt. Und die „scheinbare“ Trennung erzeugt dieses Bewusstsein.

Erkenne, wie wertvoll er/sie ist!

Dadurch könnt ihr, bzw. jeder für sich noch besser reflektieren. Wollt ihr die Beziehung wirklich? Gehört ihr zusammen? Könnte die Probleme lösen? Ist es das wert?

Ihr werdet erfahren, wie wertvoll der andere ist. Denn: „oft wissen wir Dinge erst zu schätzen, wenn wir sie verloren haben!“

Das beste – du hast noch nichts verloren!

Der schöne Teil! Es ist noch nichts verloren!

Richtig eingesetzt ist die Trennung auf Zeit eine neue Chance. Ihr könnt wieder ein glückliches Paar werden!

Nutze diese Chance

Somit ist ganz klar, dass sich für euch eine erneute Chance gibt. Und so solltet ihr das ganze Szenario auch wahrnehmen. Gehe niemals mit der Einstellung ran, alles sei jetzt vorbei. Sondern nehme den ganzen Prozess als neue Chance für dich wahr. Und für euch als Paar!

Räumliche Trennung mit Kindern – wie vorgehen?

Erst einmal durchatmen – alles gut

Es spricht nichts dagegen, weiterhin Elternzeiten einzuhalten. Zumindest über diesen Zeitraum.

Kinder können weiterhin besucht werden

Sprecht einfach ab, wann man die Kinder besucht. Und organisiert alles so, dass der Kontakt während der Trennungszeit gering bleibt.

Die Kinder werden Fragen haben

Natürlich werden die Kinder viele Fragen stellen. Am besten man antwortet ehrlich und offen. Kinder verstehen viel mehr, als man glaubt. So ist es auch für das Kind einfacher, damit umzugehen!

Wichtig: das Kind darf sich selbst auf keinen Fall die Schuld geben

Wie sieht es einer räumlichen Trennung mit den Unterhalt bei einer Ehe aus?

Solang keine offizielle Scheidung vorliegt, dürften keine Unterhaltsfragen aufkommen. Hier empfehle ich, einen Scheidungsanwalt zu konsultieren. Ein Experte, der sich wirklich damit auskennt.

Eine Trennung auf Zeit ist aber keine Scheidung. Und somit rechtlich gesehen immun. Mag sein, dass es Ausnahmen gibt. Doch das weiß ein Scheidungsanwalt besser.

Ich hoffe, ich konnte dir viele Fragen beantworten! Weitere Informationen kannst du über unseren kostenlosen Newsletter bekommen!